Dachverband der unabhängigen Eltern-Kind-Zentren Österreichs

Navigation

Aktuelles Details

Dachverband Teilnahme an EU-Projekt

Der Dachverband der unabhängigen Eltern-Kind-Zentren Österreichs hat bei dem Grundtvig EU-Projekt 'The Grassroots Women's International Academy a Peer Learning Strategy applied to the Mother Centers Movement' von 2007-2009 teilgenommen.


Grundlegender Gedanke dieses Projekts ist es, Mütterzentren/Eltern-Kind-Zentren als Orte informellen Lernens sichtbar zu machen, Lernprozesse aufzuzeigen und Wissen weiterzugeben. Dies soll durch Studienreisen, Coachings und einer GWIA (Grassroots Women International Academy – einer Konferenz, bei der die Erfahrungen ausgetauscht werden – siehe dazu auch: http://www.gwia.net/ ) erreicht werden.


Länder, die noch keine Mütterzentren/Eltern-Kind-Zentren haben, werden bei der Gründung und Projektentwicklung durch das schon vorhandene Wissen der 'älteren' Organisationen unterstützt.
Die Lernerfahrungen werden dokumentiert und als Produkt wird am Ende der Projektzeit ein allen Interessierten zugängliches 'Start up' Material zur Verfügung stehen.


Erfahrungen
Die Partnerschaft ermöglichte uns, die spezielle Lernmethoden der Grassroots Women International Academy - GWIA näher kennen zu lernen, diese anzuwenden und zu reflektieren. In diesem Prozess wurde den Teilnehmerinnen aus den einzelnen Eltern-Kind-Zentren wieder bewusst, welche Möglichkeiten die spezielle Organisationsform Eltern-Kind-Zentrum in sich birgt. Durch den Austausch mit ähnlichen Institutionen anderer Länder und deren Ansätze, wurden die Wurzeln der Mütter-Zentrum bzw. Eltern-Kind-Zentrum-Bewegung sichtbar und in das Blickfeld gerückt. Dies hatte zur Folge, dass die eigenen Gründungsideen und Ideale reflektiert und aktualisiert wurden.

 

Studienreisen
1) Deutschland/Baden Württemberg
Im April 2008 besuchten 4 Frauen aus 4 verschiedenen Dachverbands- Eltern-Kind-Zentren (Nanaya Wien, EKiZ Mödling NÖ, EKiZ Klein&GROSS Wels OÖ und EKiZ Schwaz Tirol)  verschiedene Zentren des Mütterforums Baden Württemberg.
Die Mütterzentren in Baden Württemberg haben im Laufe ihres Bestehens vieles an familienpolitischen Entwicklungen in diesem deutschen Bundesland mitgestaltet. Bürgerbeteiligung, Integration, Zusammenarbeit mit arbeitsmarktpolitischen Stellen, den Kommunen und der Landesregierung sind für die Baden Württembergischen KollegInnen fixer Bestandteil ihrer Arbeit.
Besonders interessant für die österreichischen EKiZ Frauen war das Konzept der Mehrgenerationenhäuser. Im laufe der Zeit entwickelten sich einige der Mütterzentren zu Zentren, die nun weit über ihre ursprüngliche Zielgruppe hinaus Anlaufstelle, 'öffentliches Wohnzimmer' und Institution für Menschen aller Altersstufen sind. In den Ballungsräumen mit hoher migrantischer Bevölkerungsstruktur erfüllen die Mütterzentren eine wichtige Rolle. Viele – vor allem muslimische - Frauen finden in den Mütterzentren einerseits einen 'geschützen' Rahmen, der ihnen auch aus kultureller und religiöser Sicht die Möglichkeit gibt, sich außerhalb der Familie und der eigenen Volksgruppe zu engagieren und andererseits den Spracherwerb fördert.
Viel mehr als in Österreich wird in Baden Württemberg auf die offenen Angebote wie 'offenes Wohnzimmer', Cafe, Mittagstisch für Schulkinder etc. Wert gelegt. Dafür braucht es gute Zusammenarbeit mit den lokalen Stadtverwaltungen und natürlich Finanzierung von der öffentlichen Hand. Für die österreichischen Frauen war dieser Studienbesuch sehr inspirierend, hat aber auch die Grenzen der eigenen Möglichkeiten aufgezeigt.

 

2) Spanien/Barcelona
Im September 2008 wurde in Barcelona eine GWIA – Konferenz mit den TeilnehmerInnen des EU Grundtvig Projekts und weiteren in die Mütterzentrumsbewegung  interessierten/involvierten Menschen abgehalten. Bis zu 90 der mehrheitlich weiblichen TeilnehmerInnen arbeiteten eine Woche lang an verschiedenen für Mütterzentren relevanten Themen wie Empowerment, Intercultural Dialog and Integration, Civic Engagement & Engendering Governance.
GWIA bedeutet für die TeilnehmerInnen immer aktive Teilnahme – sowohl in den Workshops aber auch in der Durchführung der Konferenz. Einige der österreichischen Kolleginnen leiteten Workshops, und moderierten im Plenum.
Die spanischen Parntnerinnen (städtischen Frauenbildungsinstitution DIBA) haben den Rahmen und den Ort des Arbeitens zur Verfügung gestellt.

 

Abschlusskonferenz in Wien
Als Höhepunkt aus Sicht des österreichischen Dachverbands kann sicher die Abschlusskonferenz des Grundtvig Projekts in Wien gewertet werden, die von Staatssekretärin Christine Marek eröffnet wurde.
Von 14.-16. Mai 2009 tagten bis zu 70 TeilnehmerInnen im Kolpinghaus Wien Gumpendorf. Der erste Tag war den österreichischen Eltern-Kind-Zentren gewidmet. In einer Podiumsdiskussion mit Publikumsbeteiligung wurde die österreichische Situation der Eltern-Kind-Zentren erörtert. Mit den Vertreterinnen der österreichischen Eltern-Kind-Zentren und der europäischen Netzwerke diskutierten die zuständigen Verteterinnen des Landes Wien (MAG 11 Frau Rowitha Friedl) und des BMWFJ (Frau Mag. Martina Staffe und Frau Henriette Wallisch).  An den nachfolgenden Tagen wurde an den Projektzielen weitergearbeitet.

 

Die Teilnahme am Grundtvigprojekts erhöhte das Wissen über europäische Zusammenhänge, im Besonderen auch über Projekte, die von der EU gefördert werden. Die Hemmschwelle, sich an europäischen Projekten zu beteiligen, wurde herabgesetzt.
Eine weitere Auswirkung ist die Stärkung des europäischen Gedankens, das Bewusstsein, sich als Teil der „europäischen Familie“ zu sehen. Dadurch wurde dem Netzwerken innerhalb Europas größere Wertigkeit zugemessen. Für den Dachverband heißt das im konkreten Beitritt und Mitarbeit am internationalen Netzwerk MINE.

 

Weitere Links, Impressum, Copyright, WEBtivation